Deutsches Trio im UEFA-Cup mit Personalproblemen
Mittwoch, 24. Oktober 2007
 Der durch den Meister ramponierte Ruf des deutschen Fußballs soll im UEFA-Cup aufpoliert werden, doch alle drei deutschen Vereine gehen mit Sorgen in den ersten Gruppenspieltag.

Rekordmeister FC Bayern München kämpft vor dem Auswärtsspiel bei Roter Stern Belgrad mit Personalproblemen, Bayer Leverkusen plagt vor dem Heimspiel gegen den FC Toulouse ein Heimkomplex. Ohne Regisseur Rafael van der Vaart, dafür selbstbewusst reist der Hamburger SV zum frischgebackenen norwegischen Meister Brann Bergen. Pokalsieger 1. FC Nürnberg hat spielfrei und greift erst in zwei Wochen ein.

Trotz des Ausfalls der drei Erfolgsgaranten Franck Ribéry, Luca Toni und Martin Demichelis sowie den als Aushilfe in der Abwehr eingeplanten Daniel van Buyten will der FC Bayern im Belgrader Hexenkessel bestehen. «Das kennt man als Trainer, dass man mit Überraschungen leben muss», kommentierte Trainer Ottmar Hitzfeld äußerlich gelassen den personellen Kahlschlag. «Unser Ziel ist es, dass wir einen guten Start hinlegen wollen - und das heißt, drei Punkte zu holen», erklärte Hitzfeld kämpferisch. Im ersten Pflichtspiel ohne Ribery will der in dieser Saison noch ungeschlagene Rekordmeister trotzdem seine stärke demonstrieren.

«Hochkarätige Spieler fallen aus, aber das ist die Gelegenheit für diejenigen, die auf ihre Chance lauern», sagte Hitzfeld. «Wir haben eine starke Bank, darum ist uns nicht bange», ergänzte Bayern- Vorstand Karl-Heinz Rummenigge. Die Ausfälle spülen gleich drei deutsche Nationalspieler in die Startelf: Bastian Schweinsteiger soll im Mittelfeld anstelle von Ribéry Regie führen, Lukas Podolski darf im Angriff neben Miroslav Klose ran. Einen Kaltstart nach fast acht Wochen Verletzungspause muss Philipp Lahm auf der rechten Abwehrseite hinlegen. «Philipp hatte ich erst für das Spiel am Sonntag in Dortmund im Blick. Jetzt muss er auf die Zähne beißen», bemerkte Hitzfeld.

Bayer 04 Leverkusen empfängt Toulouse mit der Hypothek von zuletzt vier sieglosen Pflichtspielen hintereinander. «Diese Serie drückt sicher ein wenig, auch wenn wir in den vier Partien gleichwertig oder besser waren», sagte Trainer Michael Skibbe. Die Leverkusener spielen schön, haben aber einen Torkomplex. Rund 90 Chancen in zehn Bundesliga-Partien, aber nur 14 Treffer ist zu wenig. «Die Zielstrebigkeit vor dem Tor muss größer werden. Für die Spielweise gelobt werden ist das eine, effektiv spielen das andere», sagte Skibbe. «Ohne rot zu werden, kann man zu den letzten vier Partien sagen, dass da mehr drin war», meinte auch Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. «Fußballerisch hat alles gestimmt, nur die Ausbeute der Punkte nicht.»

Mit einem Auswärtssieg in Bergen liebäugelt der Hamburger SV. Den Ausfall von van der Vaart nehmen die Hanseaten gelassen hin. «Ohne Rafael spielen wir anders. Es hängt nicht alles an ihm», sagte David Jarolim, der den Niederländer im offensiven Mittelfeld schon beim 4:1 gegen den VfB Stuttgart bestens vertrat. Mit Muskelverletzungen fallen auch Romeo Castelen, Paolo Guerrero und Nigel de Jong aus. Bergen empfängt den HSV in Partylaune: Noch am Montagabend feierten rund 20 000 Brann-Fans den ersten Meistertitel seit 44 Jahren.

 

 

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