| FCB ohne Franck Ribery wenig königlich |
| Montag, 29. Oktober 2007 | |
Franck Ribery ist nicht nur einer der drei besten Spieler der Bundesliga, der erste Bayern-König nach Ludwig III, wie der kleine Franzose kurz nach seinem Dienstantritt in der bayerischen Landeshauptstadt geadelt wurde, ist in der Elf des Rekordmeisters inzwischen eine unverzichtbare Größe.
Eine hartnäckige Oberschenkel-Verhärtung ließ weder einen Einsatz des Vize-Weltmeisters beim schmeichelhaften 3:2-Auswärtssieg im UEFA-Cup in Belgrad zu noch eine Berücksichtigung beim Bundesliga-Klassiker in Dortmund. Beide Male bewegte sich der souveräne Liga-Primus am Rande einer Niederlage. Beim 0:0 im Signal Iduna Park mühten sich Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Neuzugang Jose Ernesto Sosa zwar nach Kräften, doch im Gegensatz zur filigranen Ballbehandlung ihres genialen Mitstreiters Ribery zeigten die beiden Mittelfeldspieler nur solide Handwerkskunst. Schweinsteiger agierte aufgrund der Dreifachbelastung (Bundesliga, UEFA-Cup, Natioalmannschaft) matt und ausgelaugt. Dem 23-Jährigen fehlte die zündende Idee, auch der tödliche Pass blieb aus. Vom gleichaltrigen Sosa, der zu Saisonbeginn für zehn Millionen Euro vom argentinischen Meister Estudiantes an die Isar wechselte, war in der Nacht von Dortmund nahezu gar nichts zu sehen. Seinen ersten Einsatz von Beginn an im Bayern-Trikot hat sich "El principito" (der kleine Prinz), wie der Argentinier in seiner Heimat genannt wird, sicherlich anders vorgestellt. Während sich der schmerzlich vermisste Ribery von Anfang an ins Bayern-Gefüge eingefunden hat, wirkte der von Paul Breitner gescoutete Jungstar im Bayern-Mittelfeld wie ein Fremdkörper. In der ersten Halbzeit abgetaucht, in den ersten 20 Minuten von Hälfte zwei nur Stückwerk und Fehlpässe - Sosa, den Trainer Ottmar Hitzfeld "einfach mal ins Wasser werfen wollte", scheint noch nicht in München angekommen. In der 65. Minute erlöste der Coach den "Gaucho" und brachte Flügelflitzer Hamit Altintop, der bei seiner Verpflichtung als Ergänzungsspieler zu Sosa angedacht war. Nach zwei glanzlosen Remis werden die Rufe nach dem "König", der Mitspieler, Verantwortliche und Fans bislang mit Toren, Vorlagen und grandiosen Tricks begeisterte, lauter. Schließlich ist das Bayern-Mittelfeld ohne Ribery wie eine Weißwurst ohne süßen Senf. Der nächste Gegner, Borussia Mönchengladbach in der zweiten Hauptrunde im DFB-Pokal wäre sicher froh über einen FC Bayern ohne Ribery. Das ließe die Chancen der inzwischen zweitklassigen "Fohlen", den Münchnern in der Neuauflage des Klassikers aus den 70er Jahren die erste Pflichtspielniederlage der Saison zuzufügen deutlich steigen. Eurosport
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